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Zu KLIMAFORSCHUNG

Die ZEIT:
http://www.zeit.de/online/2008/46/nora-gomringer

 


FAZ:
"Honky Tonk Schnecke"
03. November 2008 In "Klimaforschung", dem zweiten Band der 1980 geborenen Lyrikerin Nora Gomringer, erfahren wir im Gedicht "Was alles nicht geht", dass es unmöglich ist, "sich über Bildung in Bayern zu unterhalten". Trotzdem hat es die Tochter Eugen Gomringers, des Begründers der Konkreten Poesie, mit "Ein Ärgernis" über eine im Weg herumstehende Schnecke aber geschafft, in ein bayerisches Lesebuch aufgenommen zu werden. Und obwohl die unter Literaten aufgewachsene jüngste und einzige Tochter unter acht Kindern "mit vier oder fünf ahnte, dass ihre Familie seltsam war", wie es in dem Gedicht "Fortsetzung" heißt, hat ihr das literarische Erbe nicht geschadet. Auch wenn der väterliche Einfluss in manchen Texten noch wirksam ist, scheint er nicht beengend zu wirken. Nora Gomringer geht in sympathischer Weise mit einer bestimmten lyrischen Tradition um, wenn sie sich in ihren Texten beispielsweise mit Ernst Jandl, Franz Hohler oder Friederike Mayröcker auseinandersetzt: Das Ergebnis wirkt erstaunlich leichtfüßig und frei heraus, manchmal fast kindlich trotzig. "Ich werde etwas mit der Sprache machen" heißt ein weiteres Gedicht aus "Klimaforschung". Was Gomringer tatsächlich alles damit macht, wird nicht nur bei der Lektüre ihrer Texte deutlich, sondern auch auf der dem Band beiliegenden CD. Hier kann man hören, wie die regelmäßig an Poetry Slams teilnehmende Autorin schreit, zischelt, flüstert, die Worte dehnt, abfeuert, herumwirbelt und hin und wieder sogar singt, dabei aber nicht nur die Großwetterlagen, sondern auch feine Nuancen von Klang und Sprache auslotet. Nicht umsonst schmücken schon einige bedeutende Preise die Vita der jungen Autorin, darunter der Nikolaus-Lenau-Lyrikpreis, der ihr in diesem Jahr zugesprochen wurde. (Nora Gomringer: "Klimaforschung". Voland & Quist Verlag, Leipzig 2008. 96 S., CD, geb., 14,90 [Euro].) btro.

Frankenpost Hof am 20.10.2008:
Klimaforschung mit Nora Gomringer


Bild:
Ein kleiner Zyklus handelt von Poesie im Sturm und Poesie in der Flaute . Ihre Sache, kein Zweifel, ist der Sturm. Das beweist die CD zum Buch, auf der alle Texte des neuen Gedichtbands von Nora Gomringer 64 Stück insgesamt zu hören sind. Wenn sie vorträgt, live also, ist die mehrfach ausgezeichnete, jetzt 28-jährige Tochter von Professor Eugen und Dr. Nortrud Gomringer unwiderstehlich; ihre großen Erfolge auf der Performance-Poesie-Szene bestätigen dies.
Der Vater gilt bekanntlich als Vater der Konkreten Poesie. Von ihm hat sie wohl die Lust am Gedichtemachen, nicht aber an der zum schweigen tendierenden Verkürzung geerbt. Für Nora Gomringer gilt: Das Herz ist voll, und der Mund geht über wobei sie freilich die Kontrolle über den Sprachfluss behält. Von der Herzenssache Liebe hat sie meist nichts Gutes zu erzählen: Brandstifter ( Du ein Brand in mir ) sind am Werk, und auch am Liebesrost geht Zweisamkeit zugrunde: Über Nacht / bist du oxidiert / neben mir.
Klimaforschung heißt das Buch, das die klimatischen Verhältnisse zwischen den Menschen und ihre Auswirkungen auf den Lebensmut erforscht. Einer besonderen Spezies, dem Dichter, ist eine der Hauptrollen zugedacht. Berichtet wird, wie man bei einer Preisverleihung ( Nußbaumederlob ) den bayerischen Dramatiker Nußbaumeder vergisst, weil der Rock der Bedienung vielleicht etwas kürzer war . Um wie viel leichter noch wird der Lyriker übersehen, der ja keinen Plot hat und keine Handlung / und kein Arschloch in den Zeilen . Das Gedicht, das diese Klage anstimmt, läuft demonstrativ auf die Pointe Arschlöcher hinaus.
Biss und Witz haben die Texte, die inzwischen auch schon mal in Schulbüchern abgedruckt werden. Dabei scheuen sie das Experimentelle ( Dich aus dem Leben lösen ) und das Dunkle nicht. Dass sie etwas mit der Sprache machen werde, sagt Nora Gomringer in einem Gedicht, das auf der CD nicht zufällig das erste ist, ein Prolog sozusagen. Um etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches , sagt sie, handle es sich, um so etwas wie Magie mit Ihrer verdammten Sprache . Und bekräftigend fügt sie hinzu: Keine Sorge, das ist Ihre.
Wirklich ist die Sprache der Gedichte jener des Alltags nah. Nicht als die verdächtige Pracht , die Peter von Matt in seinem Buch über die Lyrik analysiert, kommen die Gedichte dieser Autorin daher. Gleichwohl verspricht sie nicht zu viel, wenn sie dem Leser sagt, dass er staunen werde. Denn alles ist möglich in ihren Texten. Am Ende eines lyrischen Selbstporträts ( Fortsetzung ) befragt sie sich nach der eigenen poetischen Theorie: Nora Gomringer, was macht ein Gedicht aus? Die selbstbewusst-ironische Antwort lautet: Nora Gomringer macht das Gedicht. Aus. Ralf Sziegoleit


Nora Gomringer lesen zu hören ist wie ins Theater gehen. Man sieht eine junge Frau, die ihre Texte verkörpert, wie keine andere. Sie lebet in der Sprache, sie spielt mit Tonfällen und liebäugelt mit Trivialitäten, mit Eitelkeiten. Trotzdem sind ihre Sprechgedichte gehaltvoll und welthaltig – und wenn sie sich manchmal nur über eine Schnecke ärgert…

Von http://www.art-tv.ch/587-0-leukerbad--nora-gomringer.html

 

Sie zählt zu den erfolgreichsten deutschen Spoken-Word-Poetinnen und das nicht, weil sie die einzige Frau im Finale war.
Von http://spielboden.at/poetryslam am 2.5.2005

Nora Gomringer, Lyrikerin und Performerin, die solo oder als Trio mit Michaela Pittroff und Fiva MC (von der Stuttgarter Zeitung gefeiert als die „Spice Girls des Poetry Slam”) für Furore sorgt. Zahlreiche Wettbewerbspreise, Stipendien und Tourneen sprechen für diese herausragenden Sprachkünstler.

Von http://www.lcb.de/archiv/?monat=05&jahr=05 am 10.5.2005

von der 22-jährigen Autorin selbst auf furiose Weise vorgetragen. [...] Stakkatohafte Wortgeflechte, die auf den ersten Blick abgehackt
und zerstückelt wirken und dann doch ineinander fließen. [...] Fast greifbar ist die Energie ihrer Worte.
Von http://www.laufschrift-magazin.de/pressespiegel-ls-12.htm am 6.5.2002

 

Weitere Rezensionen unter

www.poetenladen.de/wf-schmid-nora-gomringer.htm

blogs.taz.de/wortistik/2008/11/13/konjunktief

www.nzz.ch/nachrichten/kultur/literatur_und_kunst/die_haut_der_woerter_1.2247746.html

 

 

Für eine komplette Pressemappe kontaktieren Sie bitte Sebastian Wolter

von Voland & Quist, Leipzig.